Es ist
schön zu fliegen, es macht Spaß hinter die Kulissen von Flughäfen und
Flugzeugen zu schauen aber es ist unbeschreiblich selber zu fliegen. Ich hatte
zwar nicht das Privileg selber zu fliegen, war jedoch sehr nahe dran!
Es
fing alles am Mittwoch mit einem Anruf an. Ein Pilot der Business Jets (wie zum
Beispiel die Challenger CL 604) fliegt frage mich ob ich nicht Lust hätte mit
ihm einen Checkflug zu machen. Er hatte nämlich die Aufgabe das Type Rating (Musterberechtigung,
die zum Führen eines bestimmten Luftfahrzeuges berechtigt) von zwei Piloten
mit 3 Starts und Landungen zu beenden. Die beiden angehenden CL 604 Piloten
hatten die Theorie und das Simulatortraining in Arizona bereits hinter sich
gebracht.
Nun zurück zu diesem außergewöhnlichen Ereignis. Ich nahm die
Einladung (natürlich mit einem hohen Pulsschlag) von dem besagten Fluglehrer
den ich vom Tauchen her kannte dankend an. So verblieben wir dann bis es am
nächsten Tag dann zu Köln/Bonn Flughafen ging. Es war spannend
den
Airport mal von einer ganz anderen Seite zu sehen. Nicht nur wir beide sondern
auch das Auto wurde "gründlich" durchsucht. Als der Pilot dann das
Auto parkte, konnte ich mir schon in etwa vorstellen wo einer meiner nächsten
Urlaubsorte sein könnte. Ein Insel. Und zwar nicht irgendeine Insel, sondern
die im Köln/Bonner Flughafen. Links, Rechts, Vorne, Hinten und natürlich oben,
überall waren die tollsten Maschinen auf Erden zu sehen. Nur ich
sollte mir sie nicht nur anschauen sondern sogar heute mit einer fliegen. Der
Fluglehrer stellte mich kurz den Technikern seines Unternehmens vor und dann
ging es schon in den Hangar. (Normalerweise würde ich jetzt schreiben das
ich Literweise Adrenalin produziert hätte, doch dann müsste ich Lügen. Mein
Blut bestand nur noch aus Adrenalin) Auch der Pilot merkte das ich mir das
Lächeln kaum verkneifen konnte. Überall FLUGZEUGE!!
In
dem besagten Challenger CL604 sah es noch gigantischer aus als ich gedacht
hätte. 2
LCD Fernseher, Riesige Sitze, ein 10fach CD Wechsler und.. und... und. Als die
beiden Piloten ankamen wurden sie ersten einmal gebrieft. Es sollte nach
Paderborn gehen. Dort würde dann der erste Aspirant 2 Touch and Go
"Landungen" machen. Die beiden angehenden CL604 Piloten gingen die Checklisten
durch und starteten die Triebwerke und mein Puls ging von alleine hoch. Auf dem
linken Sitz saß (noch) der Fluglehrer, der den Funkkontakt, die Trimmung und
noch andere Sachen übernahm. Der Aspirant konzentrierte sich voll und ganz auf
seine Aufgabe, zunächst die Challenger nach Paderborn zu überführen. Vom
Tower bekamen wir die Startfreigabe: AIRISTO 499, You are cleared for Take Off,
Runway 32R. Nach nur kurzem Anlaufweg (im Vergleich zu großen Passagiermaschinen)
hoben wir ab. Gear up, und auf nach Paderborn um dort vorerst 2 Touch and Go
Landungen zu machen.
Nach
nur wenigen Minuten nahmen wir schon Kurs auf den Runway. Wir bekamen die
Freigabe für die erste Touch an Go Landung. Mit ein paar gekonnten Handgriffen
steuerte der angehende Pilot die Challenger in die Einflugschneise. Er gab
Anweisungen an den Fluglehrer wie zum Beispiel über die Landeklappen und das
Fahrwerk. "Flaps twenty and Gear!" Der Touchdown war sehr sanft, doch
nach wenigen Metern des Rollend gab der Fluglehrer die Anweisung: "Go,
Go!" Und der Pilot beschleunigte wieder. Bei einer Geschwindigkeit von 120
mph bekam der Pilot die nächste Anweisung die hieß: "Rotate!" Und
dann ging es wieder Aufwärts. Diese Übung machte der Aspirant noch ein zweites
Mal. Danach machten wir einen Full-Stop. Die Aspiranten wechselten, und es ging
wieder zum Runway. Wir bekamen erneut die Startfreigabe und hoben auch wieder
nach wenigen Metern ab, eine weitere Touch and Go Landung und danach wieder ein
Full-Stop um das GPS und die anderen Instrumente auf den Rückflug nach
Köln/Bonn ein zustellen.
Dann rollten wir das letzte mal zum Runway, einletztes mal hörte
man: "AIRISTO 499, Cleared for Take off!" Die CL604 rollte auf die
Final Position auf den Runway. Die Piloten verständigten sich:
"Ready?" , "Ready!", "Let's go!" Und damit gab die
Challenger wieder 9.000 Pfund Leistung pro Triebwerk. "Rotate!" auf nach
Köln.
Der
Landeanflug in Köln war etwas besonderes, da ich jetzt genau sehen konnte, wo
ich manchmal mit dem Fahrrad stehe um mir das Treiben am Flughafen an zuschauen.
Auch meine Schule, das Gymnasium Zum Altenforst, und das Aggerstadion konnte ich
erkennen. Wir rollten auf unsere Parkposition und wurden dort sogar von einem
Follow-Me Wagen eingewiesen. Das Flugzeug wurde abgeschlossen und in den Hangar
zurückgeschoben.
Diese Erlebnis war eines der schönsten in meinem Leben was die
Fliegerei angeht und hat mich meiner Meinung nach, dem Piloten wieder einen
Schritt näher gebracht. Und ein Wort geht mir bis heute nicht aus dem Kopf.
Unser Name der im Funkverkehr immer wieder verwendet wurde: "AIRISTO
499"
Ich danke dem Piloten für dieses tolle Erlebnis und die
Kontrolle!!
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